Moderation

Silke Sudmann

In Kommunalverwaltungen sind häufig Entwicklungen zu begleiten, in denen sich die Verwaltung selbst neutral verhalten möchte.

  • Ist auch in Ihrer Kommune die Diskussion um problematische Straßennamen neu entfacht?
  • Gibt es aktuell Diskussionen, die Veränderungen des Schulsystems bewirken könnten?
  • Oder steht die Wahl eines Beigeordneten oder einer Beigeordneten an und Bewerber sollen sich in einer nicht-öffentlichen Sitzung vorstellen?

Es gibt viele Anlässe, die extern moderiert werden können, z. B. Informationsveranstaltungen, Ratssitzungen oder Veränderungsprozesse. Und auch der Nutzen liegt klar auf der Hand: Eine verwaltungsexterne Moderation ist unparteiisch und konzentriert sich auf den professionellen Ablauf der Veranstaltung.

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Westfälische Nachrichten - Sa., 28.03.2015

Eine gewisse Unsicherheit bleibt -
Informationsveranstaltung zur Schulentwicklung:
Eltern fragen nach

Ochtrup Über die Entwicklung der Schullandschaft in Ochtrup informierten sich am Donnerstagabend zahlreiche Eltern bei einer Veranstaltung der Stadt Ochtrup in der Aula des Schulzentrums. Als Referenten traten Dr. Ernst Rösner, Prof. Dr. Rainer Dollase und Tillmann Bieber auf. Im Anschluss entwickelte sich eine rege Diskussion.

Von Anne Steven

Eines ist nach der Elterninformation zur Schulentwicklung in Ochtrup am Donnerstagabend in der Aula des Schulzentrums sicher: Die Eltern haben jetzt einen Überblick über künftige in der Töpferstadt mögliche Schulformen. Und sie haben erfahren, wie es um das vorhandene System bestellt ist. Die Unsicherheit aber, welche Schulform nun für Ochtrup die richtige ist, bleibt.

An diesem Abend waren neben den Referenten auch Vertreter der einzelnen Schulformen anwesend, um die Fragen der Eltern zu beantworten. Prof. Dr. Rainer Dollase von der Universität Bielefeld machte jedoch den Anfang. Sein Plädoyer, das vorhandene dreigliedrige Schulsystem zu erhalten, stieß auf breite Zustimmung im Saal. Ob ein System erfolgreich sei, hänge nicht nur mit der Schulform, sondern auch mit der Qualität des Unterrichts und der Lehrkraft zusammen. „Das Leben ist nach dem Schulabschluss nicht zuende“, versuchte Dollase die anwesenden Eltern dafür zu sensibilisieren, dass nicht jedes Kind auch Abitur machen müsse.

Letzteres sei aber der Wille vieler Mütter und Väter. Denn „die meisten Eltern wünschen sich für ihre Kinder einen höheren Schulabschluss als sie selbst haben“, verdeutlichte Dr. Ernst Rösner, der zweite Referent dieses Abends. Er wies zudem darauf hin, dass die Hauptschule deutlich an Akzeptanz verloren habe und deshalb davon auszugehen sei, dass diese Schulform in Zukunft verschwinden werde. In Ochtrup könnten die Verantwortlichen zunächst noch abwarten, da die Zahlen aktuell stabil seien. Nur müssten sie entscheiden, ob Ochtrup notfalls nur mit der Realschule und dem Gymnasium weitermachen könne oder ob sie einen Plan B entwickeln. Heißt: Entweder eine Sekundar- oder eine Gesamtschule einzurichten. In jedem Fall sei eine Bedarfserhebung durch eine objektive und anonyme Elternbefragung notwendig. Denn: „Das Schulsystem in Nordrhein Westfalen wird grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt“, so Rösner.

Dies wurde auch beim Vortrag von Tilmann Bieber vom Büro Komplan deutlich. Ochtrup weise im Landesvergleich eine stabile Tendenz bei den Schülerzahlen auf. Nach der Grundschulzeit verblieben etwa 95 Prozent der Schüler in Ochtrup. Nach Biebers Berechnungen wäre für Ochtrup der Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems mit Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium eine Option. Als weitere Möglichkeit nannte Bieber die Sekundarschule. Variante drei und vier stellt die Gesamtschule – einmal unter Fortführung, einmal unter Aufgabe des Gymnasiums – dar. Auch Bieber wies darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für die Hauptschule in Zukunft schwieriger werden würden und der gesellschaftliche Druck steige. Zudem seien die genannten Schülerzahlen keine exakten Prognosen. „Da fährt man nur auf Sicht“, warnte Bieber vor einbrechenden Anmeldezahlen.

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich, auch mit den Vertretern der einzelnen Schulformen, eine rege Diskussion. Vielen Teilnehmern der Veranstaltung war deutlich anzumerken, dass sie sich den Erhalt des vorhandenen dreigliedrigen Schulsystems wünschen. „Die Hauptschule wird kaputt geredet. Das ist schade“, machte ein Vater seinem Ärger Luft und erntete dafür kräftigen Applaus. „Sie sagen immer, wie toll die Voraussetzungen in Ochtrup sind. Warum soll das vorhandene System dann hier nicht auch weiter funktionieren“, warf eine Mutter ein. In diesem Zusammenhang sei ihrer Meinung nach vor allem die Unterstützung durch die Kommune entscheidend. Die Frage aus dem Publikum, wie schnell der Umbau eines Schulsystems von statten gehen könne, sollten die Anmeldezahlen nicht mehr ausreichen, konnte Bieber nicht mit Bestimmtheit beantworten. Innerhalb eines Jahres sei dies möglich. „Es gelingt aber nicht immer“, warnte der Experte.

Die Anmeldezahlen sorgten auch beim Thema Sekundarschule für Redebedarf. „Was ist, wenn die Schülerzahlen sinken?“, erkundigte sich eine Mutter. Die Nachricht, dass die Kommune über die Anzahl der Klassen pro Jahrgang entscheide und auch dort Ausnahmegenehmigungen mög­lich seien, sorgte im Publikum allerdings für wenig Entspannung. Und auch der Hinweis von Moderatorin Silke Sudmann, die souverän durch die Veranstaltung führte, der Stadtrat habe mit dieser Veranstaltung zunächst einmal die Eltern informieren wollen, es sei ja noch nichts entschieden, beruhigte die Eltern nicht. Denn ihnen ist klar, dass – auch, wenn derzeit noch kein akuter Handlungsdruck besteht – demnächst eine Entscheidung getroffen werden muss. Egal, wie die letztendlich ausfallen wird.